Personalentwicklung: 
Investition statt Kostenstelle 

Wie gezielte Entwicklungsprogramme Innovationskraft sichern und Fluktuation senken.

Stillstand ist das größte Risiko für Wettbewerbsfähigkeit. Entwicklung und Innovation hingegen sind die Erfolgsgarantie für jedes Unternehmen. Nicht umsonst steht „Entwicklung“ oftmals schon im Leitbild. Wertbasierte Entwicklung setzt voraus, das Potenzial Ihrer Talente entlang Ihrer Unternehmenswerte zu entfalten.

Was ist Personalentwicklung?

Development, Weiterbildung, Fortbildung...Die Begrifflichkeit ist nicht entscheidend. Wesentlich sind das System und das Verständnis dahinter. Wer Personalentwicklung als eine teure Aneinanderreihung einzelner Maßnahmen - am besten nach dem Gießkannenprinzip für alle Kollegen gleichermaßen verordnet - versteht, hat wenig verstanden. 

Mir geht es hier nicht um eine Definition sondern vielmehr um ein grundsätzliches Verständnis, eine Einstellung zum Lernen. Personalentwicklung im Unternehmen macht sich zunutze, dass Menschen grundsätzlich gerne Neues lernen und sich entwickeln wollen. Menschen möchten weiterkommen, was nicht gleichbedeutend mit "Karrierre" ist. Neue Ansätze und Lösungen finden können, Selbstwirksamkeit durch neue Fähigkeiten erfahren und so das Selbstbewusstsein stärken sind nur einige positive Ergebnisse von "Lernen", die Menschen schätzen und die dem Unternehmen zugute kommen. 

Wie geht Personalentwicklung?

Katalog mit festen Seminaren, die Möglichkeit bei externen Dienstleistern Trainings und Lehrgänge zu besuchen, eine zusätzliche Ausbildung | Studium, maßgeschneiderte Formate, die inhouse für die Belegschaft angeboten werden. E-Learning, Blended Learning, Seminar, Training, Workshop...Die Angebote, Formate und Möglichkeiten sind schier unendlich. Und es gibt nicht den einen richtigen Weg. Dennoch gibt es Kriterien, die Development erfolgreich werden lassen:

  1. Individualität - Ein Entwicklungspfad, der sich an den individuellen Kompetenzen, Potenzialen und Zielen eines Kollegen richtet, wird mehr Erfolg versprechend verlaufen als die eine Schulungsreihe, die alle gleichermaßen besuchen müssen. Die Individualität gilt sowohl bezüglich der Inhalte wie auch in Bezug auf die Formate. Für den einen ist Selbststudium mit digitalen Angeboten und Buchmaterial hervorragend, ein anderer lernt am besten in einer Gruppe, die sich gegenseitig unterstützt. Ideal ist ein Angebots-Mix, aus dem Kollegen auswählen können. 
  2. Konkret - Eine Maßnahme wird dann erfolgreich sein, wenn sie aufgrund eines konkret benannten Bedarfs und mit einem definierten Ziel stattfindet. Das setzt voraus, dass sowohl Ziele wie auch Bedarfe regelmäßig Gegenstand von Gesprächen sind. Darüber hinaus müssen die Ziele und Bedarfe in unmittelbarem Zusammenhang mit den Unternehmens-, Abteilungs-, Teamzielen stehen. Nur dann ist wahrscheinlich, dass in einer Maßnahme Erlerntes auch Anwendung im Alltag finden kann und wird - der sogenannte Transfer. 
  3. Kontinuierlich - einmal im Berufsleben, nur einmal im Jahr, zu Beginn der Führungstätigkeit ... ? Lernen ist ein Prozess, Entwicklung ist ein Prozess, keine einmalige Veranstaltung. Das so oft benannte "Lebenslange Lernen" ist weniger Konzept sondern Realität. Wir nutzen und erhalten die Neuroplastizität unseres Gehirnes, indem wir kontinuierlich Neues entdecken und lernen. Um uns herum verändert sich alles in einem stetig wachsenden Tempo. Es gilt, sich daran anzupassen und das gelingt nur über Lernen. Am besten täglich ;-)
  4. Fachlich & Persönlich - Es gibt fachliche Inhalte, zu denen man sich kontiunierlich weiterbilden muss, um wettbewerbsfähig bleiben zu können. Genauso wichtig ist die kontinuierliche persönliche Weiterentwicklung, die in einem nicht unerheblichen Maße inividuell ist, sind wir doch alle verschieden. 
  5. Verpflichtend? - Ja - es gibt einige Maßnahmen und Inhalte, die müssen für alle verpflichtend und regelmäßig stattfinden: Unterweisungen, die der Gesetzgeber vorgibt und deren Durchführung Arbeitgeber nachweisen können müssen. Hierzu gehören Themen wie z.B. Arbeitsschutz | Arbeitssicherheit, Hygieneschutz, Datenschutz ... um nur einige zu nennen. Es kann durchaus sinnvoll sein, auch Maßnahmen für Führungspersönlichkeiten und Teams verpflichtend zu gestalten. Beispiele wären Trainings, um ein einheitliches Führungsverständnis gemäß Führungsleitbild zu stabilisieren. 
  6. Homogene & heterogene Lerngruppen - Führungsentwicklung trägt die Zusammensetzung der Lerngruppe bereits im Titel. Beispiele für heterogene Lerngruppen sind Teamentwicklungs-Workshops oder auch Gruppen, die sich zur Vertiefung der Fähigkeiten bzgl. Kommunikation aus interessierten Kollegen zusammensetzen. Ziel und Thema geben vor, wie die ideale Lerngruppe aussehen kann. 
  7. Ort - Bei der Immobilie ist es "Lage, Lage, Lage"...bei einer Personalentwicklungsmaßnahme "Ort, Ambiente, Raum". Der Ort sollte im Idealfall ein anderer als der Arbeitsort sein. Das Ambiente sollte so gestaltet sein, dass "freies Denken" möglich ist - hell, Frischluft, Getränke, Snacks. Der Raum an sich sollte außerdem groß genug und nicht hellhörig sein, je nach Format möbliert (Stehtische, Stuhlkreis, Arbeitstische) und gut ausgestattet. Zu einer guten Ausstattung gehören neben Beamer, Schreibtisch für Notebook, etc. natürlich außerdem ausreichend Moderationsmaterial, Flipchart, Pinwand mit Nadeln. 
  8. Budget - Personalentwicklung muss zwingend als Investition budgetiert werden. Es hat sich als nicht praktikabel erwiesen, hier nach "pro-Kopf" vorzugehen oder gar zwischen Vollzeit und Teilzeit zu unterscheiden. Vielmehr muss sich das Budget aus der Unternehmens- und HR-Strategie ableiten. Was soll wie erreicht werden? Wie ist der Status Quo und wie stellen wir sicher, dass wir unsere Ziele erreichen? Basierend auf individuellen Entwicklungsplänen, Teamstrukturen, Vakanzen und interner (geplanter) Mobilität lassen sich so recht zuverlässig Budgets für das Jahr festlegen, mit der direkten Verknüpfung zu Strategie und Zielen auch ein ROI ermitteln.


Wer trägt denn hier die Verantwortung?

Wenn der Mensch so gerne lernt ... dann kann er sich doch bitte auch in seiner Freizeit eigenfinanziert weiterbilden. JEIN! Bildungsmaßnahmen sollten sich natürlich in erster Linie nach dem richten, was für das Unternehmen einen Mehrwert bringt und zur Zielerreichung beiträgt. Ebenso muss eine Maßnahme den Kollegen in seinen Kompetenzen, seiner Entwicklung weiter voranbringen. Daher ist ja auch - wie weiter oben unter Punkt 2. erwähnt - die Verbindung zu konkreten Zielen und Bedarfen so essentiell. M.E. ist in diesem Fall die Verantwortung für die Bereitstellung erforderlicher Ressourcen - Geld und Zeit - unbedingt beim Unternehmen zu suchen! Personalentwicklung muss Arbeitszeit sein und ordentlich budgetiert sein. 

Grenzgänger der zu unterstützenden Maßnahmen sind aufwändige Bildungsmaßnahmen, die einen Kollegen auch für den Arbeitsmarkt attraktiv machen: Eine Coaching-Ausbildung, das Masterstudium mit einer bestimmten Spezialisierung... Hier sind gute Verträge und Fingerspitzengefühl gefragt: Kann die zusätzliche Fähigkeit auch für das eigene Unternehmen interessant sein? Qualifiziert sich der Kollege darüber möglicheweise für weitere, zukünftige Vakanzen? Dann ist es sinnvoll, die Maßnahme finanziell zu unterstützen und | oder über beispielsweise zusätzlichen bezahlten Bildungsurlaub Prüfungsvorbereitung zu ermöglichen. Die Möglichkeiten sind hier vielseitig.

"Töpfern in der Herbstsonne auf Mallorca" hingegen fällt nicht in den Verantwortungsbereich des Unternehmens. Das versteht sich von selbst! 

Das bringt doch eh nichts!?

... und dann kostet das auch noch so viel. Stellen Sie sich erst einmal vor, was es kostet, wenn sich Ihre Kollegen nicht weiterbilden? Keine neuen Techniken, Methoden, etc. lernen? Das bezahlen Sie mit Innovationsstau, Stillstand, Fluktuation. 

Ein strategisch aufgesetzter Entwicklungsplan wirkt neben dem Innovationsschub wie ein Bindungsmagnet. Mitarbeiter, die eine klare Perspektive sehen, wechseln seltener – das spart teure Recruiting-Zyklen und bewahrt wertvolles Know-how im Haus. Kleine Maßnahme: Regelmäßige „Lunch & Learn“-Sessions fördern den Wissensaustausch ohne Budget-Explosion und zahlen direkt auf die Lernkultur ein. Versuchen Sie es mal. 

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